2026/04/17
Die ANA Group hat damit begonnen, Gepäckanhänger aus Meeresmüll herzustellen und zu verkaufen.
Dieses Produkt basiert auf dem Vorschlag eines Mitarbeiters der ANA Group. Einige der für die Gepäckanhänger verwendeten Garne wurden aus Plastikflaschen hergestellt, die von Mitarbeitern der ANA Group an den Stränden von Ishigaki gesammelt wurden, sowie gebrauchten Plastikflaschen aus Flugzeugen von ANA.
Hier erzählen wir Ihnen die Geschichte eines eineinhalb Jahre andauernden Projekts gegen die Verschmutzung der Meere und geben Ihnen Einblicke in die Gedanken des Projektplaners.
Mit diesem Ziel vor Augen plante Herr Matsubara, der gebürtig von Ishigaki stammt und Mitglied des ANA Engineering & Maintenance Center ist, das Projekt.
Seit er während seiner Schulzeit zum ersten Mal angespülten Meeresmüll am Strand sah, hat ihn dieser Anblick nie mehr losgelassen.
Als er vor etwa drei Jahren erneut die Küste von Ishigaki besuchte, war er schockiert von der großen Menge Müll, die am Strand verstreut lag. Angetrieben von dem Wunsch, das einst so schöne Meer rund um Ishigaki wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen, begann er, selbst Müll zu sammeln.
Durch diese Aktivitäten wurde ihm jedoch bewusst, dass der Großteil des Mülls durch Regen und Wind aus der Stadt herangetragen worden war.
„Es reicht nicht, nur den Strand von Müll zu befreien. Wir müssen unser Verhalten im Alltag ändern.“
Mit dieser Erkenntnis hat Herr Matsubara – der nicht nur bei der ANA Group arbeitet, welche Flüge nach Ishigaki anbietet, sondern auch auf der Insel geboren ist – einen Mitarbeitervorschlag bei der ANA Group eingereicht. Dazu bewogen hat ihn die starke Überzeugung, dass „wir für den Schutz dieses wunderschönen Meeres verantwortlich sind und es etwas geben muss, das wir tun können“.
Herr Matsubara stellte sich zwei Herausforderungen, um ein System zu entwickeln, das durch die Umwandlung von Abfall in Ressourcen und die Herstellung von Produkten, die die Menschen gerne in die Hand nehmen und nutzen, einen Wandel im Bewusstsein und Verhalten der Menschen bewirkt.
Die erste Herausforderung bestand darin, Abfall in ein neues Produkt zu verwandeln.
Er begann mit der Sammlung von Materialien für die Produktentwicklung: Gemeinsam mit Gleichgesinnten reiste er regelmäßig nach Ishigaki, um die Küste zu säubern und Meeresmüll zu sammeln. Zudem arbeitete er mit der ANA OKINAWA AIRPORT CO., LTD. zusammen, um gebrauchte Plastikflaschen aus Flugzeugen zu sammeln, die am Flughafen Ishigaki ankommen.
Durch die Mischung der gesammelten Plastikteile aus dem Meer mit Plastikflaschen sorgte das Team für gleichbleibende Qualität und verwandelte Abfall in das hochwertige Recyclinggarn OCEAN THREAD®, das dann als Material für die Gepäckanhänger diente. So wurde ein Kreislauf geschaffen, in dem Abfall wieder einen neuen Wert erhält.
Auf dem weißen Hintergrund, welcher der Farbe des recycelten Garns OCEAN THREAD® entspricht, ist ein Walmotiv zu sehen, das Herr Matsubara selbst entworfen hat. Dieses Design steht für die Liebe zum Meer und zum Detail.
Die zweite Herausforderung bestand darin, das Bewusstsein für Umweltprobleme zu schärfen.
Herr Matsubara selbst leitete eine besondere Unterrichtsstunde an einer Grundschule auf Ishigaki, in der er die Schüler dazu anregte, gemeinsam mit ihm über das Problem des Meeresmülls nachzudenken.
Im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms der ANA Group hat Herr Matsubara viele Schulen besucht.
In dieser Unterrichtsstunde ging es ihm nicht darum, einfach nur Wissen zu vermitteln. Stattdessen entwickelte er ein Spiel, mit dem die Schüler auf spielerische Weise lernen konnten, wie wichtig es ist, den Reichtum des Meeres zu schützen.
Bei diesem Spiel konnten die Teilnehmer durch Scannen eines QR-Codes nacheinander Ereignis- und Aktionskarten ziehen und so auf unterhaltsame, praktische Weise lernen, welche Handlungen zur Verschmutzung des Meeres führen und welche zu dessen Schutz beitragen. Dabei wurden die Verschmutzungsstufen als Punkte dargestellt.
Die Teilnehmer gaben Feedback wie „Ich werde mit dem Aufsammeln von Müll anfangen“ und „Ich werde in Zukunft so gut wie möglich auf Einwegplastik verzichten“. Demnach war die Stunde ein voller Erfolg.
Auch wenn es uns oft so vorkam, als hätten wir den gesamten Prozess verstanden, gab es doch vieles, das wir nicht vorhersehen konnten. Jedes Mal, wenn wir vorankamen, tauchte ein neues Hindernis auf – und sobald wir es überwunden hatten, tauchte schon das nächste auf. So lief der gesamte Prozess.
Die ANA Group hat bereits Produkte auf den Markt gebracht, die aus Materialien hergestellt werden, die sonst weggeworfen worden wären – darunter Flugzeugsitzbezüge, gebrauchte Mitarbeiteruniformen und Produktionsreste. Die Entwicklung eines Produkts aus Abfall war jedoch die erste Initiative dieser Art.
Da es noch kein vergleichbares Produkt gab, musste zunächst alles neu definiert werden – von der Zielgruppe bis hin zu der Art, wie das Produkt verkauft werden sollte. Daher nahm der Prozess einige Zeit in Anspruch , und einzelne Schritte mussten häufiger wiederholt werden.
Die Verwendung von recycelten Materialien war mit zahlreichen technischen und zeitlichen Herausforderungen verbunden, darunter die Überprüfung auf Gefahrenstoffe und Verzögerungen bei der Fertigung. Trotz dieser Herausforderungen haben wir alles gründlich vorbereitet, damit die Kunden das Produkt mit gutem Gefühl verwenden können.
Wir möchten uns bei zahlreichen Unternehmen für ihre Bemühungen bedanken, darunter Ocean Class Co., Ltd., das die Herstellung des Garns übernommen hat, die Kowa Company, Ltd., die die Anhänger produziert hat, sowie die Fujisey Co., Ltd. und die ALL NIPPON AIRWAYS TRADING CO., LTD., die sich um den Vertrieb gekümmert haben. Nur durch die abgestimmte Zusammenarbeit konnten wir das Produkt erfolgreich auf den Markt bringen.
Diese Herausforderungen machten die Fertigstellung des Produkts umso erfüllender, und ich bin überzeugt, dass jeder einzelne Schritt im Prozess äußerst wichtig war.
Ich möchte meine Bemühungen weiterhin für den Schutz der Meere fortsetzen.
Im Rahmen dieser Initiative ist es uns gelungen, ein System zu etablieren, bei dem Abfall in Ressourcen umgewandelt und zur Herstellung eines Produkts genutzt wird.
In Zukunft möchte ich weiterhin Meeresmüll einsammeln und gleichzeitig ein Kreislaufunternehmen aufbauen, welches das Bewusstsein für das Problem schärft und so verhindert, dass Müll ins Meer gelangt.
Ich glaube, dass die Etablierung eines tragfähigen Geschäftsmodells der wirksamste Weg ist, das Verhalten derjenigen zu verändern, die achtlos Müll wegwerfen.
Darüber hinaus haben meine besonderen Unterrichtsstunden gezeigt, dass Bewusstseinsbildung zu Veränderungen im Verhalten führen kann, weshalb ich meine Bildungsaktivitäten fortsetzen möchte.
Schätzungsweise gelangen jedes Jahr 8 Millionen Tonnen Plastikmüll ins Meer, und bis 2050 wird die Menge an Plastik im Meer voraussichtlich die der Fische übersteigen.
Das Wichtigste bei der Bewältigung dieses Problems ist, dass jeder Einzelne ein Bewusstsein dafür entwickelt.
Wenn Sie Müll auf der Straße finden, können Sie ihn aufheben und auf die richtige Weise entsorgen. Diese einfache Maßnahme kann bereits einen Unterschied bewirken.
Bevor Plastik zu Meeresmüll wurde, war es ursprünglich eine wertvolle Ressource, die unser Leben bereichert hat.
Ich würde mich freuen, wenn wir uns auf die Vorteile, die es uns einst brachte, besinnen und diesen Müll als Ressource nutzen würden. Dies könnte dabei helfen, dem Meer seine ursprüngliche Schönheit („churaumi“) zurückzugeben. Lassen Sie uns gemeinsam das Meer sauber halten.
Die ANA Group wird sich auch weiterhin, getragen vom Engagement jedes einzelnen Mitarbeiters, aufrichtig für den Umweltschutz einsetzen – über den Bereich des Luftverkehrs hinaus.